Ikarus, Dotcom und Facebook

Von "gefällt mir" hat sich die Entwicklung des Facebook Aktienkurses zu "gefällt mir nicht" mehr hinbewegt.
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Wer kennt sie nicht die Geschichte des Ikarus aus der griechischen Mythologie. Der übermütige Ikarus flog mit seinen gebastelten Flügeln so weit hinauf, dass die Sonne das Wachs schmolz, sich die Federn lösten und er ins Meer stürzte. Ein bisschen aktueller ist die Geschichte der Dotcom-Blase aus dem Jahr 2000. Unternehmen, welche noch keinen Franken Umsatz verdient hatten, waren an der Börse plötzlich Millionen wert. Für diese nicht nachhaltige und kurzsichtige Handlungsweise verloren viele Anleger sehr viel Geld und was haben wir daraus gelernt? Der neueste sprichwörtliche Fall der Facebook Aktie spricht Bände. Ein Unternehmen, dessen ökonomische Substanz mehr als zweifelhaft ist, wurde anfänglich massiv überbewertet. In wie weit die Börse und damit die Märkte jeweils die Realität abbilden, dies frage ich mich manchmal auch, aber bei Facebook verstehe ich die massive Korrektur nach unten.

Einige Anleger sind zusammen mit Mark Zuckerberg sind dem traurigen Beispiel von Ikarus gefolgt und zu hoch geflogen. Für viele Investoren eine harte Landung, Zuckerberg hingegen wird sicherlich weicher landen. Die goldenen Fallschirme waren ebenfalls schon alle vergeben. Da bleibt „nur“ noch die kostenlose Binsenwahrheit; Hochmut kommt vor dem Fall übrig.

Vielleicht lässt Facebook mit sich darüber verhandeln, dass die Aktienkäufe der Benutzer für die Kinder, die Enkel und die Nachwelt aus der Chronik gelöscht werden. Schliesslich ist gefällt mir für diese Art von Fehlinvestition definitiv nicht angebracht. Oder anderfalls baut Facebook diese Funktion auf Mitgefühl oder Mitleid aus, dann wiederum könnten die Freunde der Aktienkäufer zumindest ihr bedauern ausdrücken.

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Pascal Merz

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