Burnout-Sackgasse ist kein nachhaltiger Weg

Wenn der Preis für permantes Wachstum und eine sich immer schneller drehende Technologieschraube die stetig steigende Überforderung des Menschen ist, dann fahren wir geradewegs in die Sackgasse.
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Leider gehört es heute beinahe zum beruflichen und privaten Standard permanent erreichbar zu sein. Ich bin zwar in den Ferien, doch via Smartphone und Laptop für meinen Arbeitgeber immer erreichbar. Ferienfotos und Erlebnisse gehen Realtime auf Facebook bekannt gemacht. Wer schreibt da noch Postkarten? Ich denke nicht, dass wir heute viel mehr arbeiten, als dies früher der Fall war, aber die Technologie hat dazu geführt, dass wir die klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit immer weniger hinkriegen. Ruhe wird dabei mehr und mehr zum Fremdwort, dafür gehört das neudeutsche Burnout heute zum Standardvokabular.

Dieses Ausgebrannt-Sein kann jeden von uns treffen und macht keinen Unterschied zwischen den Altersgrenzen und den Geschlechtern. Natalie Rickli ist weder die erste und ganz sicher nicht die letzte Person, welche an einem Burnout erkrankt. Als Gesellschaft müssen wir uns zusehends fragen, wie viel Beschleunigung wir uns als Menschen überhaupt noch leisten können. Manchmal habe ich das Gefühl, dass uns die Informationstechnologie mit den digitalen Medien auf der Autobahn mit 140 km/h überholt hat und wir trotzdem versuchen, diese überhöhte Geschwindigkeit zu halten. Bis wir gegen die Wand laufen oder eben an einem Burnout erkranken. Wenn der Preis für permanentes Wachstum und eine sich immer schneller drehende Technologieschraube die stetig steigende Überforderung des Menschen ist, dann fahren wir geradewegs in die Sackgasse. Dies ist nicht mein Weg und ihrer?

Im Falle unserer Politik müssen wir in Zukunft das Milizparlament aus diesem und auch aus anderen Gründen überdenken. Schlussendlich entspricht die heutige zeitliche Belastung eines solchen Amtes bei weitem die theoretischen Annahmen. Auch die Politik ist von einer zunehmenden Hektik umgeben und die Komplexität an sachpolitischen Vorlagen ist mit der Globalisierung auch nicht kleiner geworden. 

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Pascal Merz

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