Betriebsunterbruch bei Mag20

Nach einem fulminanten Start unterbricht das Crowdsourcing-Magazin Mag20 den Betrieb per 30. September 2012 auf unbestimmte Zeit.
Dieser Beitrag erschien in Ausgabe Nr. 8
Das Magazin-Experiment Mag20 erfreute sich während der ersten acht Wochen seiner Existenz grosser Beliebtheit. Die Besucherzahlen und die Anzahl eingereichter Beiträge haben in dieser Startphase laufend zugenommen. Zuletzt wurden die 20 beliebtesten Beiträge wöchentlich bereits über 1‘000 mal via Google+, Twitter und Facebook weiterempfohlen.
 
In den ersten Wochen konnten die Kosten für die Distribution von 50‘000 Exemplaren jedoch erwartungsgemäss erst teilweise durch Inserate-Einnahmen kompensiert werden. Trotz positiver Anzeichen im Werbemarkt war eine Verbesserung dieser Situation frühestens im 2. Quartal 2013 zu erwarten. Als unabhängiges Start-up-Magazin verfügt Mag20 nur über beschränkte finanzielle Möglichkeiten, um die Zeit zu überbrücken und die Akzeptanz im Werbemarkt innerhalb eines eigenen Produkteportfolios kurzfristig zu erhöhen.
 
Nach Absprache mit allen involvierten Geschäftspartnern haben wir uns deshalb entschieden, den Betrieb trotz erfolgreicher Lancierung zu unterbrechen. Derzeit sucht Mag20 nach einem grösseren Verlagshaus, das Plattform und Businessmodell in sein Produkteportfolio integrieren möchte.
 
Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Lesern, Autoren und Medienpartnern für Engagement und Teilnahme an diesem Crowdsourcing-Experiment bedanken. Persönlich glaube ich an die Kraft innovativer Ideen. Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Experiment einen Beitrag zu mehr Medienvielfalt und mehr gesellschaftlicher Mitbestimmung geleistet haben.
 
Markus Bucheli, Gründer und Herausgeber Mag20
 

Update vom 2. Oktober 2012

In der Zwischenzeit zeichnet sich ab, dass ein unglückliches Missverständnis meinerseits Grund für die nicht ausreichende Finanzierung ist. Vieles hat in der arbeitsintensiven Lancierungsphase gut geklappt. Die Finanzierung gehört nun aber definitiv nicht dazu, weshalb kritische Kommentare gerne wieder unterhalb dieses Textes entgegengenommen werden.

Ebenfalls willkommen sind Vorschläge, wie Mag20 selber oder mit einem grösseren Verlagshaus wieder in Betrieb genommen werden könnte. In den ersten Wochen konnte ja zumindest gezeigt werden, dass die Idee hinter Mag20, abgesehen von ein paar anpassbaren Schwachstellen, zu funktionieren scheint. Meines Erachtens wäre es schade, wenn dieses Magazin-Experiment für mehr Medienvielfalt und gesellschaftliche Mitbestimmung nun einfach die Segel streicht. Was meint ihr?

Markus Bucheli, Gründer und bisheriger Herausgeber Mag20


 

Kommentare

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Why S. Serious schrieb am 30. September 2012 um 19:55
Habe ich vorhin nicht einen Kommentar gepostet? Einen Kommentar, in dem ich fordere, dass die Texte dieser Woche noch einmal gedruckt werden? Weil wir, die Autorinnen und Autoren, uns Schreibarbeit und -mühe gemacht haben und dafür mit einem Abdruck entschädigt werden wollen (wenn schon 50% vom Gewinn = 0 ist). Weil wir die Kurzfristigkeit des Betriebsunterbruchs als Verarsche empfinden - das Ende muss sich schon länger abgezeichnet haben, nur wurde uns das verheimlicht. Weil wir uns in Würde von unseren Leserinnen und Lesern verabschieden wollen. In meinem Kommentar, der kommentarlos, kaltblütig gelöscht wurde, habe ich die Autorinnen und Autoren aufgefordert, Stellung zu beziehen und auf unserer Forderung zu beharren. Empört euch, engagiert euch, kommentiert euch zum Ziel: einer weiteren, letzten Ausgabe von Mag20. Denn wir sind die Masse, wir haben hier die Macht. Und mögen unsere Kommentare noch so oft gelöscht werden, ohne Grund, ohne Begründung auf dem Blog, wir werden so lange posten, bis wir Mag20 am kommenden Freitag wieder in den Händen halten. Die Frucht unserer Arbeit.
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Why S. Serious schrieb am 30. September 2012 um 19:58
Wo bleibt ihr, Autorinnen und Autoren? Sagt eure Meinung! Auch ihr, Leserinnen und Leser, das Heft muss euch doch etwas bedeutet haben. Lasst nicht zu, dass es so sang- und klanglos untergeht, nur weil ein paar Geldgeber geizig geworden sind!
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schrieb am 1. Oktober 2012 um 11:39
Schade um dieses frische Magazin, hat mir sehr gefallen. Die Aufregung eines Leienautors hingegen ist hier sicherlich fehl am Platz - Mache einen Vorschlag wie Geld in die Kasse kommen soll, um deinen Artikel zu drucken. Alles andere ist unrealistisch und nicht der Rede wert.
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Daniela Wassmer schrieb am 30. September 2012 um 20:00
Liebes Mag20. Ihr als Unterstützer der Social Media Community solltet am besten wissen, dass das ungerechtfertigte Löschen von Kommentaren im dümmsten Fall in einem Shitstorm enden kann. Wieso habt ihr es dann trotzdem gemacht? Der Herr mit dem Nutzernamen "Why so Serious" hat hier vor einigen Minuten seinem Ärger Luft gemacht, da er wie ich, auch ein engagierterter Schreiberling und Unterstützer eures Projektes, sehr empört war, dass vorläufig keine weitere Ausgabe des Mag20 gedruckt wird. Wir haben sehr viel Herzblut in das Schreiben unserer Beiträge gesteckt und es ist Schade, dass diese Arbeit wohl umsonst war. Ich hoffe Ihr findet einen Weg um das Magazin doch noch zu drucken. Dieses jähe Ende kam sicher nicht von ungefähr, daher wünsche ich mir einen fairen Ausgang für alle beteiligten Parteien. Alles Gute
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Karl Johannes Rechsteiner schrieb am 30. September 2012 um 20:00
Schade. Und wie wärs mit Crowdsourcing-Methoden für die (temporäre) Mitfinanzierung? Und mit Start-up-Beiträgen von Stiftungen, die sich für Medienvielfalt einsetzen?
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Why S. Serious schrieb am 30. September 2012 um 20:00
PS: Blöderweise habe ich meinen ursprünglichen Kommentar nicht abgespeichert. Hat den noch jemand? Kann dieser jemand ihn mir bitte schicken, damit ich ihn wieder posten kann? (marcelwigger75@gmail.com) Oder ihn selbst posten, in eurem eigenen Namen, hier geht es um die Botschaft, Freunde, nicht um den Urheber!
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schrieb am 30. September 2012 um 20:56
Unterbruch wohl nicht, würde eher sagen: Das Ende. War ein interessantes Projekt, leider gescheitert, vielleicht auch wegen mangelhafter Umsetzung. Ein Magazin, dass journalistisch hochstehend sein soll, aber dessen Titelseiten dann immer wie eine Modezeitschrift mit hübschen Frauen aussah? Das passte nie zusammen. Ich hoffe die Plattform bleibt erhalten, auf die gedruckte Version kann man gut verzichten.
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schrieb am 30. September 2012 um 21:00
Liebes Mag20, herzlichen Dank für den grossen Effort, den Ihr geleistet hattet. Ich habe das Magazin immer mit grossem Spass gelesen und hätte mich gefreut, wenn es noch in viele Hände gedrückt worden wäre. Ich weiss was es heisst, Blut, Schweiss und Geld in ein solches Projekt zu stecken und es tut mir leid, dass Leute wie Marcel Wigger und Daniela Wassmer nicht über den eigenen Tellerrand schauen können. Nehmt die nicht ernst, das sind arme Würstchen, die offenbar noch nie selber etwas riskiert haben. Die haben nicht einmal realisiert, dass Sie da bei jemandem nachtreten, der bereits am Boden liegt. Armseelig.
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Marco Fritschi schrieb am 30. September 2012 um 21:12
"[...] In den ersten Wochen konnten die Kosten für die Distribution von 50‘000 Exemplaren jedoch erwartungsgemäss erst teilweise durch Inserate-Einnahmen kompensiert werden. [...]" Hier wird angegeben, dass es erwartet wurde, dass die Kosten nur teilweise kompensiert werden können. Aber weshalb ist dies nun der Grund, dass Mag20 vorerst eingestellt wird? Wenn es ja erwartet wurde (und man sagt ja, dass ein Start-Up erst nach etwa zwei Jahren Gewinn abwirft), warum wurde nicht vorgesorgt (sprich: vorgängig eine Lösung gesucht)? Ich schliesse mich den anderen Kommentaren an: weshalb wurden weder die LeserInnen noch die SchreiberInnen informiert? Ihr habt euch selbst vollständige Transparenz in jeglicher Hinsicht vorgenommen - aber bei einem der wohl grössten Entscheide wurde nichts kommuniziert. Dennoch frage ich mich, was der wahre Grund hinter dem Betriebsunterbruch ist. War es vielleicht von Anfang an die Idee, dass das Projekt (nachdem man eine Referenz hat, wie gut es läuft) verkauft wird? Oder kam ein nicht ausschlagbares Angebot von einem Verlagshaus? Natürlich wird es so dargestellt werden, als wäre das Angebot erst nach der Schliessung gekommen. Es ist doch sehr merkwürdig und leider sehr traurig, dass diese Projekt schon nach so kurzer Zeit eingestellt wurde. Der Start war ein gigantischer Erfolg. Dennoch wurde dem Magazin keine Chance gelassen um das Potenzial zu zeigen. Vielleicht wären schon auf die Weihnachtszeit hin die Inserat-Einnahmen explodiert... Die Ausgabe 8 könnte wirklich noch gedruckt werden. Am besten auch gleich mit einer Doppelseite, weshalb das Projekt vorerst eingestellt wird. Denn ich bin mir recht sicher, dass die Inserat-Buchungen für die kommende Woche schon erfolgt sind.
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Marco Fritschi schrieb am 30. September 2012 um 22:09
Ergänzend: Es ist die Enttäuschung, die viele Fragen aufwirft. Ich bin, als regelmässiger Autor in dieser kurzen Zeit, natürlich ein riesen Fan des Projektes. Deshalb wäre es schade, wenn das Projekt komplett untergeht. Aber ich stehe, wie viele andere, hinter dir!
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Markus Bucheli schrieb am 30. September 2012 um 21:12
Lieber Why S. Serious - Leider wurde dein Kommentar im Affekt gelöscht, wofür ich mich entschuldige. Der in meinem Beitrag erwähnte Sachverhalt hat sich erst in den letzten Tagen abgezeichnet. Wir haben alles versucht, um den Betrieb weiterführen zu können. Auch Crowdfunding stand dabei zur Diskussion. Leider konnte kurzfristig keine Lösung gefunden werden und auf Pump möchten wir nicht arbeiten. Es tut mir leid, dir momentan keinen besseren Bescheid geben zu können. Vom Konzept hinter Mag20 bin ich nach wie vor überzeugt. Sollte sich noch eine Lösung abzeichnen, werden die 20 beliebtesten Beiträge dieser Woche selbstverständlich gedruckt.
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Marco Fritschi schrieb am 30. September 2012 um 21:25
Markus Bucheli: "Der in meinem Beitrag erwähnte Sachverhalt hat sich erst in den letzten Tagen abgezeichnet." - Weshalb erst in den letzten Tagen? Was hat sich verändert?
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Marco Fritschi schrieb am 30. September 2012 um 21:26
"Sollte sich noch eine Lösung abzeichnen, werden die 20 beliebtesten Beiträge dieser Woche selbstverständlich gedruckt." - Wie kommt es dazu, dass es so plötzlich ("in den letzten Tagen") gar keine Möglichkeiten/kein Geld mehr gibt?
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Daniela Wassmer schrieb am 30. September 2012 um 21:57
Lieber Markus Bucheli, vielen Dank für deine Stellungnahme. Ich hoffe du verstehst, dass ich als grosser Fan des Mag20 (sonst hätte ich nicht mit viel Liebe einen Artikel geschrieben) nie die Absicht hatte dich oder das Mag mit meinem Kommentar zu demütigen. Die Kurzschluss-Reaktion war nur sehr unglücklich, da ich der Meinung bin, dass man auch für Kritik offen sein sollte. Es ist sehr Schade, dass wir ab nächsten Freitag wieder auf andere Publikationen umsteigen müssen. Die Entäuschung über die vorzeitige Einstellung eines so mutigen Projektes überwiegt momentan einfach. Ich wünsche dir für die Zukunft nur das Beste.
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Marco Fritschi schrieb am 30. September 2012 um 22:07
Dem kann ich nur zustimmen. Wir sind traurig über den Betriebsunterbruch und nicht böse auf dich. Hoffentlich kann bald eine gute, möglichst unabhängige Lösung für Mag20 gefunden werden!
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Stephanie Graf schrieb am 30. September 2012 um 22:04
Logischerweise tauchen hier noch unzählige Fragen auf, aber die Mitteilung ist ja wohl klar. Unabhängig davon, gratuliere ich dem ganzen Projekt!
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Philippe Wampfler schrieb am 30. September 2012 um 22:12
Habe meinen Kommentar hier notiert: http://philippe-wampfler.com/2012/09/30/zum-ende-von-mag20/
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schrieb am 30. September 2012 um 22:15
Der Pferdefuß am Konzept von "mag20" dürfte ja wohl die Kostenseite für die Printausgabe sein. Interessant wäre es, etwas über die tatsächlich verkaufte Auflage zu erfahren. Die kann nicht sonderlich groß ausgefallen sein: Was gratis vorher schon im www steht kauft kein Mensch. Sorry, aber dass das nicht funktionieren KANN sollte doch eigentlich vorher schon auffallen.
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Marco Fritschi schrieb am 30. September 2012 um 22:57
Kaufen? Mag20 kann man nicht kaufen. Es ist ein kostenloses Magazin, dass jeden Freitag gedruckt wird. Und gegen eine kostenlose und gute "Pendlerlektüre" hat wohl niemand etwas... Ein Erfolg, wie bei anderen Gratiszeitungen, hätte durchaus für Mag20 Wirklichkeit werden können. Btw: heute kann man alle News gratis im Internet lesen, dennoch kaufen und abonnieren sehr viele Menschen Tageszeitungen.
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Why S. Serious schrieb am 30. September 2012 um 22:25
Ja, im Affekt geschehen merkwürdige Dinge. Auch ich entschuldige mich dafür, falls meine Worte dich, Markus, gekränkt haben sollten. Dennoch, auch im Anschluss an Marco Fritschi, das Geld geht nicht von einem Tag auf den anderen aus, oder doch, manchmal geschieht das, aber nicht nach zwei Monaten, nachdem verlautet worden war, dass die Finanzierung bis 2013 gesichert sei. Ich weiss nicht, wer die Entscheidung getroffen hat, das Magazin so plötzlich einzustellen. Da es dein Herzensprojekt ist, nehme ich an, dass du nicht derjenige warst, der jäh die Notbremse gezogen hast. Es müssen andere gewesen sein, die erwähnten Geschäftspartner, die das Vertrauen verloren haben. Sie liegen nun aber nicht am Boden, wie der anonyme Kommentator schreibt (wer von armselige Würstchen und Risiken spricht, sollte auch mit offenen Karten spielen, sprich mit offenem Namen kommunizieren, sonst macht man es sich ein bisschen zu einfach, oder?), und mit ihnen habe ich kein Mitleid: Mag sein, dass sie mit Mag20 Geld verloren haben, aber das ist ihr Geschäft. Mit meinem Aufruf geht es mir noch um etwas anderes, nämlich um die Verantwortung gegenüber den Schreibenden. Ihre, unsere Anstrengungen und Zeit haben das Mag20 möglich gemacht. Wenn das Magazin schon eingestellt werden muss, wäre es nicht als fair, es erst nächsten Freitag einzustellen und nicht heute. Dein Marcel Wigger
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Marco Fritschi schrieb am 30. September 2012 um 23:10
Wie Herr Bucheli erwähnt hat würde er sehr gerne die "letzte Ausgabe" und noch viel lieber viele weitere Ausgaben von Mag20 drucken. Doch es scheint wirklich nicht mehr möglich zu sein. Lassen wir ihm doch die Zeit um nun auf all die offenen Fragen einzugehen und uns weiter zu informieren, was der Auslöser war und wie es weiter gehen wird.
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Roman Kappeler schrieb am 30. September 2012 um 23:09
Philippe, danke für den ausführlichen Blogpost (weiter oben in den Kommentaren) der es auf den Punkt bringt: in den vergangenen Ausgaben hat man als Autor natürlich versucht, sein Netzwerk, seine Follower aber auch einfach Bürokolleginnen und -kollegen zu Lesern vom mag20 zu machen, aber wohl nicht, damit man mit "seinem" Artikel prahlen konnte, sondern um auf etwas neues, innovatives aufmerksam zu machen. Schade, dass mag20 wohl ressourcenmässig zu kurz angedacht war. Ich hatte gehofft, dass ein solches Medienprojekt länger Schwung in den Blätterwald bringen würde.
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schrieb am 30. September 2012 um 23:43
Das Konzept war von Anfang an zum Scheitern verurteilt wenn nicht mehr Kapital vorhanden war. Hatte mich beworben als Inserateprofi, wurde aber abgelehnt weil zu erfahren und Anspruchsvoll. Die Stelle für einen Verkäufer wurde aber erst vor zwei Wochen ausgeschrieben, das geht sich vorne und hinten nicht auf mit der Einstellung des Magazines. Ein Projekt mehr, dass sich selbst totlebt, weil man nicht rechnen kann oder optimistischer rechnete.
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Jörg Kremer schrieb am 1. Oktober 2012 um 07:56
Ich möchte nicht final über die Vorgänge richten, dafür fehlen mir interne Kenntnisse. Aber das sichtbare kommentieren möchte ich schon. Es ist schade um das Experiment, denn es spielte mit einem psychologischen Element, das stark war – die digitalen Schreiber, als Ausdruck der Wertschätzung der Community, auf Papier zu erheben. Dieser Hebel hat schnell funktioniert und hätte sicher noch lange Wirkung gezeigt. Leider gab es keinen Hebel Richtung Werbetreibende und Leser. Ein oder zwei vorgegebene Themen, zu denen die Autoren hätten schreiben können, hätten eine zielgerichtete Akquise ermöglicht. Das Vermarktungskonzept hätte dann eine sichere Konstante gehabt – für alle planbar. Die freien Texte wären dann, richtig inszeniert, die Überraschung für Werbetreibende und Leser gewesen, die man dann auch genau so hätte vermarkten können. An die, die ihre Marken genau mit diesem Attribut aufladen möchten. Diesem Experiment fehlte eventuell Geld. Ihm fehlte eines ganz bestimmt – ein Werber, der das Konzept gelesen und diese Schwachstellen sofort erkannt hätte.
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schrieb am 1. Oktober 2012 um 10:49
auch ich bin ein wenig erschrocken und hatte gehofft, das Projekt sei längerfristig aufgestellt. Ich kenne auch keine Hintergründe, aber überraschend ist es nun auch nicht gerade, dass man in ein solches Projekt eine zeitlang investieren muss, bevor es sich trägt. Die Medienlandschaft ist nicht einfach aus dem Handgelenk zu revolutionieren. Dass es nur nach so kurzer Zeit eingestellt wird find ich sehr sehr schade, es war für mich ein Hoffnungsträger der nächsten Generation von Publikationen.
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schrieb am 1. Oktober 2012 um 20:15
Immerhin: Als Plattform für das narzisstische Grössenselbst der «Autoren» und deren verbale Autoerotik hat Mag20 anscheinend prächtig funktioniert.
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schrieb am 2. Oktober 2012 um 03:56
Nun Leute ich kann euch eines sagen: Zeitung machen oder magazin Machen ist wie Hochsprung wenn du Anlauf nimmst dann denkst du das Packe ich und wenn du dann wieder auf der Matte liegst siehst du erst ob du es geschafft hat. Man kann eine Einstellung nicht planen ausser man hat sehr viel Geld. Eine Einstellung zeichnet sich auch nicht ab genau so wie sich der Erfolg nicht abzeichnet. 20 Minuten war als werbepostille fuer online lanciert worden schaut euch an was es heute ist. Niemand haette dies gedacht tamedia hat ein vermoegen dafuer bezahlt als es bereits erfolgreich war. Einstellung heisst ein Tag vor dem Druck wissen das die Herausgabe des Magazins teurer wird als das nicht Drucken und das dieses Geld nicht auf dem Konto ist. Tolle Sache habt ihr es gemacht es braucht mehr solche Leute in der Schweiz. Und glaubt mir Geld ist nicht die loesung Medien Projekte die zu viel Geld haben kommen miserabel raus weil kein Druck da ist. Schaut euch die Tageswoche an in Basel. Kein Druck keine qualitaet keine Anpassung und Medien sind nichts anderes als ein Spiegel und wenn kein durch herscht dann ist der Spiegel in die falsche Richtung gerichtet. Also ueberlegt weiter ihr braucht kein Geld ihr Braucht nur die richtige Idee dann geht es weiter.
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schrieb am 2. Oktober 2012 um 07:51
Ich bedaure den Unterbruch (Abbruch?) des Experimentes sehr. Was mich nicht minder irritiert, ist die Anspruchshaltung gewisser Autoren. Ich habe geschrieben - Du musst drucken. Das ist schon Ausdruck einer kindlichen, sehr egozentrischen Reaktion, die in keiner Weise berücksichtigt, welch Risiken der Initiator auf sich genommen hat. Zudem wird von gleichen Leuten angezweifelt, dass nicht mit allen Mitteln versucht wurde, das Projekt weiterzuführen. Bei Start-ups ist oft die Liquidität das Problem. Das scheint auch hier der Fall gewesen zu sein. Ich kann den erwähnten Autoren mit Anspruchshaltung nur raten: Hut ziehen, respektvolle Zurückhaltung oder selber versuchen.
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Philippe Wampfler schrieb am 2. Oktober 2012 um 11:07
Aber es ist dir schon klar, dass die Autoren sich auf das Versprechen verlassen haben, die 20 beliebtesten Artikel würden gedruckt? Das ist keine Anspruchshaltung, sondern eine Art Vertrag.
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schrieb am 2. Oktober 2012 um 21:59
Lieber Philippe Wampfler, danke für Deine Replik. Ich kann Deine Haltung teilweise nachvollziehen. Aber eben nur teilweise. Da setzt ein junger Unternehmer sein eigenes Geld und jenes von anderen (leider nicht genug) aufs Spiel und Du pochst nachher auf Dein Recht, dass Dein Beitrag abgedruckt wird - nota bene selbst dann, wenn dem Projekt die finanzielle Grundlage entzogen ist. Würdest Du auf Einhaltung des Vertrages pochen, wenn Du wüsstest, dass sich der Unternehmer dafür mit einem fünfstelligen Betrag verschulden müsste? Ich bleib dabei: egozentrisch (welche Print-Plattform druckt sonst meine Beiträge?!) und Ausfluss einer Anspruchshaltung. Ich wünsche weiterhin viel Erfolg. Beste Grüsse, Jana

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Markus Bucheli

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